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Titelthema

EAZ schafft Hoffnung – immer schon!

Begrüßung von Dr. Christian Waterkamp
Vorstand (CEO) Diakonieverein Bruchsal e. V.

Liebe Leserinnen und Leser,

mitten in den Frühling hinein mit einer farbenprächtigen Natur, der zunehmend wohltuenden Wärme und dem Erwachen unserer Lebensgeister erscheint die „Bei uns“ mit dem Titel „EAZ schafft Hoffnung – immer schon!“.

Der Titel fiel mir ein, als ich eines der älteren Bilder vom Hoffnungslauf sah, auf dem Klaus Engel – unser Marathon-Mann – zu sehen war. Auch in diesem Jahr waren über 30 Personen aller Generationen vertreten.

Hoffnung – ist elementar für uns Menschen. Es gibt die alltäglichen Hoffnungen, wie z. B. auf schönes Wetter, einen schönen Geburtstag u.v.a.m...

Auch gibt es Hoffnung in einem größeren Zusammenhang, die ganz alltäglich nahe ist, die aus einem tieferen Sinn aus unserem Inneren heraus erwächst. Diese Hoffnung, wie sie Jürgen Moltmann beschreibt, hilft, das  – verletzliche – Leben zu tragen und nicht nur zu ertragen.

Diese Hoffnung richtet sich an alle, die sich nicht mit dem Status quo zufriedengeben. Dazu gehören auch Situationen in existentiellen Nöten, Grenzerfahrungen, wie wir sie z. B. in pflegerischen und medizinischen Notsituationen erleben können.

Um hierin Hoffnung zu finden, braucht es Zukunft, ein Interesse, sich an der Realisierung neuer Perspektiven beteiligen zu wollen, daran mitzuarbeiten.

Damit verbunden ist eine konkrete Grundhaltung beim einzelnen Menschen. Diese Grundhaltung bringt es möglicherweise mit sich – und das schreibe ich in aller Vorsicht, aber auch Deutlichkeit – dass sich Bedeutung, Verständigung zu Transformation von Glaubenspraxen und von religiösen Organisationsformen neu ausrichten können.

So kann sich die Bestimmung des Glaubens nicht als Verhältnis des Gehorsams, einem göttlichen oder leiblichen Souverän gegenüber, entwickeln, nicht als Unterwerfung und Unterordnung, sondern als ein Verhältnis der Freiheit in Anerkennung anderer Freiheit, sei es der göttlichen, sei es der menschlichen, sei es der eigenen, sei es die der anderen. Im Alltag zeigt sich eine solche Freiheit konkret in existentiellen Situationen, ebenso wie im gemeinsamen Arbeiten und Leben, auch bei uns im EAZ.

Die Vielfalt von Bewohner*innen und Mieter*innen, haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, Angehörigen und Freunden sowie Gästen öffnet uns den Blick und fordert von uns allen, sich aufeinander zuzubewegen.

In vielen alltäglichen Situationen ist es eine „Suchbewegung“, ein sich Verabreden, ein Dialog auf Augenhöhe im Verständnis des Miteinanders im diakonischen Handeln.

Diese reflektierende Haltung ist Teil einer innovativen (performativen) Praxis, in der Hier und Jetzt eine Hoffnung uns erfüllt, konkret und realistisch wird. Nicht Furcht und Zittern, aus Bestandssicherung und Abwehrkämpfen, sondern aus der Hoffnung leben und sein.

Friedrich Hölderlin schreibt:

„Lieber! was wäre das Leben ohne Hoffnung? Ein Funke, der aus der Kohle springt und verlischt, und wie man bei trüber Jahreszeit einen Windstoß hört, der einen Augenblick saust und dann verhallt, so wäre es mit uns? 

Auch die Schwalbe sucht ein freundlicher Land im Winter, es läuft das Wild umher in der Hitze des Tages und seine Augen suchen den Quellpunkt. Wer sagt dem Kinde, dass die Mutter ihre Brust ihm nicht versagt? Und siehe! es sucht sie doch.

Es lebte nicht, wenn es nicht hoffte.“

In diesem Sinne ist Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, möglicherweise der Titel nun zugänglicher:

„EAZ schafft Hoffnung – immer schon!“

Bleiben Sie in guter Hoffnung!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Dr. Christian Waterkamp


Ausgabe 3/2024

Erschienen am 16.05.2024



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