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Pfr. Edgar Neidinger

"Glauben ist mein Lebenselexier"

Hier im Ev. Altenzentrum erleben Sie den Fokus „Glauben und Alter(n)“. Wie erleben Sie den Glauben im Alter, bzw. wie leben ältere und/ oder pflegebedürftige Menschen ihren Glauben?

Seit 28 Jahren komme ich in das Ev. Altenzentrum  und feiere  immer am 2. Donnerstag im Monat die Heilige Messe mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen und Besuchern. Sie haben gesehen, dass die Kapelle  voll besetzt war. Und genau das drückt den Glauben dieser Menschen  aus: wir feiern unseren Glauben gemeinsam am Altar in der Hl Messe.

Glauben und Vertrauen angesichts von Krankheit und Pflegebedürftigkeit: wie kann das aussehen? Wie haben Sie das bei uns und in Ihrer Gemeinde wahrgenommen?

Auch seit 28 Jahren spende ich einmal im Jahr hier im Haus das Sakrament der Krankensalbung. Von Stockwerk zu Stockwerk und Zimmer zu Zimmer. Gerade in Krankheit und Alter wissen wir, dass Gott uns trägt. Dass wir nicht nur in Vitalität und Gesundheit himmelhochjauchzend sagen können: „Toll, dass es Dich gibt!“, sondern, dass Gott gerade in Situationen der Bedrängnis und des Kummers bei uns ist.

Ich habe großen Respekt vor älteren Menschen. Wir durchlaufen im Leben unterschiedlichste Phasen: im Bauch der Mutter, die Kindheit und Jugend, sowie Phasen der Vitalität, in denen wir Bäume ausreißen könnten. Das Alter ist aber nicht, wie viele meinen, der „Abgesang“ des Lebens mit der Frage „Wann ist es denn endlich vorbei?“. Sondern vielmehr ist das Alter die Vorstufe zur Ewigkeit.

Im Blick auf das Ewige kann ich auch Alter und Krankheit ertragen. Dann ist z.B. auch Demenz nur eine kurze Phase im Blick auf das große Ganze, auf die Ewigkeit.

Wenn Sie auf die Jahre bei uns zurück blicken: hat sich in der Generation der Älteren etwas verändert? Wenn ja, was?

Es zeigte sich uns schon immer ein „buntes Gemisch“: Es gab schon immer Ältere, die sich im Glauben gestärkt fühlen, die gerade hier im Haus sehr dankbar sind, dass es diese Kapelle gibt, dass es unseren Tabernakel gibt, der Menschen dazu einlädt, auch tagsüber mal einen Besuch machen und in Stille beten zu können. Auf der anderen Seite gibt und gab es immer schon Menschen, die mir gegenüber treten und sagen: „Ich habe mein ganzes Leben nicht geglaubt, ich brauche auch jetzt keinen Gott.“ Ich trete diesem mit der Bereitschaft entgegen, mit jedem Menschen, so wie er ist, umzugehen.

Hat sich ihre eigene Haltung oder Ihr eigener Blickwinkel auf das Alter(n) im Laufe der Jahre verändert?

Ich bin jetzt 68 Jahre alt. Bei mir steht eine Hüftoperation an, ich hatte auch bereits Bandscheibenvorfälle. Durch meine persönliche gesundheitliche Situation habe ich mehr Verständnis dafür, dass manches nicht mehr so geht, wie es mal gegangen ist. Aber eine gute Nachricht habe ich: mein Herz ist jung geblieben!

Sie gehen im August in den Ruhestand: Vorfreude oder Wehmut?

Beides. Ich bin gerne Pfarrer und wir haben mit den drei Pfarreien das Glück, dass wir jeden Sonntag in den drei Kirchen über tausend Gottesdienstbesucher haben. Hier wird Glauben in großer Zahl gemeinsam gefeiert. Dann habe ich natürlich in 28 Jahren viele Kontakte gewonnen. Vor jeder Beerdigung machen wir einen Hausbesuch, bei jeder Ersttaufe gehen wir zu den jungen Menschen nach Hause, wir besuchen die Kranken. Da ist in 28 Jahren viel gewachsen. Natürlich ist dabei also eine gewisse Wehmut, das alles zurück zu lassen. Aber ich weiß, dass der liebe Gott mein Amt an gute Hände weitergibt. Ich freue mich darauf, mal nicht „unter Strom“ zu stehen  und bin mir sicher, dass es mir gut tut.

Wie sehen Ihre Perspektiven und Pläne aus?

Keinen Terminkalender mehr zu brauchen!  Viele private Dinge, die ich alle in den letzten Jahrzehnten zurück stellen musste, möchte ich aufholen. In den letzten 42 Jahren hatte ich keinen einzigen „freien“ Tag. Ich möchte mal anders mit der Zeit umgehen können, mal die Kontakte z.B. auf der Straße anders pflegen und einfach hier in Bruchsal „zuhause“ sein. Ich fahre gerne E-Bike, schwimme gerne, ich genieße den Kraichgau und habe z.B. eine Dauerkarte für den Baggersee in Ubstadt, was ich sicherlich vermehrt nutzen werde.

Perspektiven Ihres Glaubens: wie könnten diese für die kommenden Jahrzehnte aussehen? Wie werden Sie in Zukunft „Glauben leben“?

Ich bin sehr froh über den Glauben, das ist mein Lebenselixier. Zusammengefasst bei Paulus Röm 8, 32: Gott hat uns in Jesus seinem Sohn alles geschenkt,  was er uns schenken konnte. Diese Erkenntnis hat sich in vielen Jahren bestätigt und ist gereift. Ich habe keine Angst vor dem Tod  und nehme jeden Tag gerne an. Dass ich noch grundsätzlich etwas Neues über Gott in den nächsten Jahren erfahren werde, denke ich nicht. Ich habe in den letzten 40 Jahren jeden Tag die Heilige Messe gefeiert und fühle mich dadurch Gott sehr nah.

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