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Heike Klinger, Betreuungsassistenz

Begegnung jenseits von Worten. Lebensqualität steigern mit Klang

Im Ev. Altenzentrum fand eine Bildungsmaßnahme zur Anwendung von Klangschalen statt, an der zwölf Mitarbeiterinnen der Betreuungsassistenz und der stationären Pflege teilnahmen. Heike Waterkamp, Leitung Qualitätsmanagement, ist im Gespräch mit Heike Klinger, Betreuungsassistenz.

Frau Klinger, Massagen kenne ich als Methode, bei der Muskeln ‚geknetet‘ werden und die u.a. Schmerzlinderung, bessere Durchblutung und Entspannung bewirkt. Was ist eine Klangmassage und was passiert im Körper bei der Klanganwendung?

Bei der Klangmassage wird mit einer Klangschale der Körper berührt. Die erzeugten Schwingungen breiten sich im Körper aus. Es ist ein sanftes Berühren und durch das regelmäßige Anschlagen der Schale wird dann praktisch die Blutzirkulation angeregt. Es können Selbstheilungskräfte aktiviert werden, Blockaden gelöst, Stress und Angst abgebaut werden. Es ist ein ganz sanftes Massieren, bei dem nicht mit Kräften gearbeitet wird, es ist eine ‚leise‘, leichte Methode. Klangschalen können aber auch außerhalb vom Körper einfach nur angeschlagen werden. Die Schwingungen breiten sich im ganzen Raum aus. Man geht mit dem Bewohner in Resonanz und die verschiedenen obertonreihigen Klänge sind für den Menschen sehr angenehm zu hören. Sie erinnern ihn an die ersten Töne, die er im Mutterleib wahrgenommen hat.

Klangmassagen werden mit Klangschalen durchgeführt. Was sind Klangschalen?

Klangschalen sind Metallschalen, die in Nepal aus 7 – 12 verschiedenen Metallen hergestellt werden. Die Metallzusammensetzung variiert je nach Ton der Schale, ob es ein tiefer, lang anhaltender oder ein hoher, kurzer Ton ist.

Ich habe ganz kleine Klangschalen mit einem Durchmesser von ca. 5 cm gesehen und sehr große, in denen man sogar stehen konnte. Wann kommen diese zum Einsatz?

Die kleinen Zen-Klangschalen sind Schalen mit sehr hohen Tönen, solche die Klarheit und Wachheit auslösen und den Menschen zur Konzentration holen. Ein Ton, von dem nicht jeder sagt, dass er ihn angenehm findet. Für uns sind eigentlich die tiefen langgezogenen Töne angenehmer, die von den größeren Schalen, z.B. der Beckenschale, die im Lendenwirbel- und Bauchbereich eingesetzt wird, erzeugt werden.

Welche Voraussetzungen muss der Bewohner mitbringen und in welchen Situationen ist die Anwendung von Klangschalen kontraindiziert?Klangschale1

Voraussetzungen muss ein Bewohner keine mitbringen. Ich muss den Blickkontakt zum Bewohner haben, im nonverbalen Bereich merke ich dann ganz schnell, ob er den Klang mag oder auch nicht. Ich kann zunächst auch einmal die Klangschale im Raum anschlagen, um zu sehen, ob dem Bewohner die Töne angenehm sind. Dann gebe ich meistens die Schale auf die Hand, aber immer im angewärmten Zustand, weil die Metalle der Klangschale relativ kühl sind. Der Bewohner spürt nun auch das Gewicht der Schale. Ich schlage die Klangschale leicht an, die Schwingung erreicht die Handreflexzone, aufgrund der besseren Durchblutung kann der Bewohner seine Finger besser wahrnehmen. Bei bestimmten Erkrankungen ist die Klanganwendung verboten, z.B. darf man bei Menschen mit Herzschrittmacher keine Klangschale in der Herzregion einsetzen, bei Menschen mit der Parkinsonerkrankung sind tiefen Töne kontraindiziert, da sie seine Symptome verstärken könnten.

Erzeugt der Klang auch beim Anwender, sprich der Betreuungsassistentin oder der Pflegeperson, eine Wirkung?

Derjenige, der den Klang erzeugt, und derjenige, der die Klangmassage erhält, beide haben etwas davon. Die erzeugten Schwingungen im Raum sind für beide wahrnehmbar. Kann jede/jeder Klangmassage durchführen oder werden spezielle Kenntnisse für eine professionelle Anwendung benötigt. Zur Anwendung muss man ein Basiswissen haben. Vorkenntnisse müssen vorhanden sein vor allem zur Wirkungsweise und möglichen Kontraindikationen. Voraussetzung ist aber auch eine gewisse Achtsamkeit und Sorgfalt, ohne die eine Klanganwendung nicht gelingt.

Im Ev. Altenzentrum fand erstmalig ein Kurs zur Klangmassage statt. Wie stellen Sie sich den Einsatz, die Anwendung von Klangschalen zukünftig vor?

In der Pflege von Dementen im nonverbalen Bereich ist die Klangschale ein Medium, mit dementen Bewohnern in Kontakt zu treten, zu kommunizieren. Ein Medium, das für alle gut anwendbar ist, für Mitarbeiter aber auch für Angehörige, die bei Interesse dazu angeleitet werden. Im Ev. Altenzentrum wünsche ich mir Klanganwendung in der Betreuung und in der Pflege, z.B. in der Pneumonieprophylaxe (erleichtert das Abhusten) oder Obstipationsprophylaxe (Darmperistaltik kann mitunter auch ohne Abführmittel zur Peristaltik angeregt werden).

Wie gehen sie mit Zweiflern um, die die Klangschale eher im Bereich der Esoterik verorten, im irrationalen Bereich und wenig damit anfangen können?

Zweiflern begegne ich immer wieder. Ich gebe ihnen gern eine Klangschale in die Hand, damit sie selber spüren, was der Klang in ihnen auslöst. Die Wirkung lässt sich auch physikalisch erklären. Gern nehme ich das Bild vom Stein, der in das Wasser fällt und Wellen auslöst, die sich ausbreiten, so ähnlich stellt man sich das Verteilen der Schwingungen im Raum und Körper vor. Ich nehme die Zweifler ‚mit ins Boot‘, lade ein, auszuprobieren und  Entspannung zu erleben.  

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