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Dr. med. Klaus Stenzel

Allgemeinarztpraxis im Ev. Altenzentrum

Im Dietrich Bonhoeffer Haus des Ev. Altenzentrums finden Sie drei externe Dienstleister, u.a. auch eine Allgemeinarztpraxis. Wir haben mit Dr. med. Klaus Stenzel über seine Erfahrungen und Eindrücke gesprochen.

Wie kamen Sie zum Ev. Altenzentrum?

Dr. Klaus Stenzel Im Jahr 2009 habe ich die Praxis in den Räumlichkeiten des Ev. Altenzentrums von Dr. Hummel übernommen. Zuvor habe ich u.a. in einer Praxis mit palliativmedizinischem Schwerpunkt gearbeitet. Das förderte den Wunsch, auch zukünftig ein Aufgabenfeld in diesem Bereich zu suchen. Letztendlich betreue ich hier im Ev. Altenzentrum auch schwerstkranke und sterbende Menschen.

Was  macht die Lage Ihrer Praxis hier im Ev. Altenzentrum besonders aus?

Dr. Klaus Stenzel Durch den Sitz hier im Ev. Altenzentrum bin ich mittendrin. Die Nähe zum Wohnen im Altenzentrum hat viele Patienten bewogen, mich als Hausarzt zu wählen. Die Lage meiner Praxis macht meinen Alltag vielseitig. Während manche Kollegen in der Allgemeinmedizin nur noch ein „Verwalten von Patienten“ und ein „Ausstellen von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen“ beklagen, wird hier wirklich Medizin gefordert. Das macht es manchmal schwierig aber immer interessant.

Trotz der Lage im Altenzentrum sind sie aber eine „normale“ Hausarztpraxis?

Dr. Klaus Stenzel Natürlich betreue ich zusätzlich eine Vielzahl an „externen“ Patienten in meiner Hausarztpraxis. Der Anteil der „externen“ Patienten überwiegt.

„Oft ist der Gesprächsbedarf um Krankheitszusammenhänge zu erläutern hoch.“

Wenn auch der Arbeitsaufwand für ältere Patienten, insbesondere für Patienten aus dem Pflegebereich, durchschnittlich höher ist als bei jüngeren Patienten. Dies erklärt sich aufgrund der vielen Erkrankungen an denen die einzelnen Patienten leiden. Diese ziehen auch oft eine große Anzahl an Untersuchungen und gelegentlich auch häufigen Kontakten nach sich. Zudem ist eine ambulante Vorstellung beim Facharzt oft nur unter erheblichem Aufwand für die Patienten möglich, sodass viele Therapieentscheidungen vom Hausarzt mit den Patienten oder deren Angehörigen getroffen werden müssen. Oft ist auch der Gesprächsbedarf um Krankheitszusammenhänge zu erläutern hoch.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Dr. Klaus Stenzel
Nach der morgendlichen Sprechstunde werden die eingehenden Befunde gelesen, Patienten die sich telefonisch gemeldet haben, zurück gerufen und die von den Wohnbereichen angeforderten Besuche durchgeführt. Fast täglich besuche ich so die Patienten des Altenzentrums. Aufgrund der räumlichen Nähe kann ich auch im Notfall während der Sprechstunde die Bewohner besuchen. Die kurzen Wege sind ein wesentlicher Vorteil, für die Bewohner ist man schnell vor Ort. Trotzdem ist die Unterbrechung der Sprechstunde in der Regel nicht allzu lang. Falls es Patienten im Laufe des Tages schlechter geht, besuche ich sie abends nach der Nachmittags-Sprechstunde. Diese große Flexibilität gibt den Bewohnern und den Pflegekräften Sicherheit.

„Die Hausbesuche prägen neben der Sprechstunde meinen Arbeitsalltag.“

Was sind besondere Herausforderungen beim „älteren Patienten“?

Dr. Klaus Stenzel Besondere Herausforderungen sind zum einen die vielen Erkrankungen an denen die einzelnen Patienten leiden, die wiederum eine Vielzahl an Therapien benötigen. Hier muss man sehr auf die Wechselwirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente achten. Gute Kontakte zu den Fachärzten vor Ort, auch für telefonische Rückfragen, sind hier sehr hilfreich. Der Arbeitsaufwand bei neuen Patienten mit einer langen Krankheitsvorgeschichte ist oft nicht unerheblich. Eine weitere Herausforderung ist die Betreuung sterbender Patienten. Hier gilt es mit den Patienten, oder wenn dies nicht mehr möglich ist, mit den Angehörigen zu entscheiden, wie viel Therapie der Patient noch wünscht. Eine Patientenverfügung kann hier eine große Hilfe bieten. Meine palliativmedizinischen Vorkenntnisse sind mir hierbei ebenso eine große Hilfe.

„Multimorbidität ist ein großes Thema.“

Erleben Sie bestimmte Erkrankungen in Ihrer Praxis besonders häufig?

Dr. Klaus Stenzel Neben den typischen Erkrankungen des Alterns wie Bluthochdruck und Zucker sieht man hier die verschiedenen Demenzerkrankungen, Neurologische Erkrankungen wie  Morbus Parkinson in fortgeschrittenen Stadien, Knochenbrüche, chronische Wunden, Atemwegsinfekte, manchmal auch Thrombosen bei bettlägerigen Patienten. Multimorbidität ist ein großes Thema. Medikamentöse Therapie ist dabei sehr schwierig. Eigentlich sollten ältere Patienten nicht mehr als 5 verschiedene Medikamente bekommen. Das ist aber für sehr viele Patienten überhaupt nicht möglich. Die Interaktionen der einzelnen Medikamente miteinander sind immer schwerer zu kontrollieren, je mehr Medikamente genommen werden.

Möchten Sie etwas zu Ihren Eindrücken aus den ersten drei Jahren ergänzen?

Dr. Klaus Stenzel Insgesamt habe ich in den Jahren hier im Altenzentrum vor allem die gute Zusammenarbeit mit den Wohnbereichen schätzen gelernt. Der intensive Kontakt mit den Patienten macht oft auch viel Freude und gibt einem das Gefühl, helfen zu können.

Vielen Dank für das Gespräch!

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