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Beate Luft

Angehörige zum Thema "Generationen"

"Komm Du erst einmal in mein Alter!"

Angehörige von Bewohnerinnen und Bewohnern im Ev. Altenzentrum bewegen sich zwischen Familien- und Pflegealltag und erleben das Miteinander der Generationen sowohl „zuhause“ als auch „bei uns“. Wir sprechen mit der Angehörigen Beate Luft, Tochter von Käthe Pasch. Auch Frau Pasch, Bewohnerin im Ev. Altenzentrum seit 2012, beteiligt sich am Gespräch.

Ihr Weg hierher – wie sah der für Sie aus?

Tochter Die Entscheidung, dass die Mutter in das Ev. Altenzentrum einzieht, ist uns sehr schwer gefallen. Meine Mutter hatte damals einen Unfall und das Wohnen alleine war danach nicht mehr möglich. Bei uns zuhause pflegen wir meine Patentante, sodass wir meine Mutter auch nicht zuhause aufnehmen konnten. Kurz zuvor hatten wir uns das Altenzentrum bereits angeschaut und waren über den Umgang miteinander sehr zufrieden. Wir haben dann gemeinsam entschieden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, im Ev. Altenzentrum einzuziehen.

Was genau ist Ihnen dabei schwer gefallen?

Tochter Einfach die Tatsache, dass wir meine Mutter nicht selbst aufnehmen können. Das ist immer noch ein wunder Punkt für mich. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass ich immer das Bild im Kopf hatte, Familie kümmert sich umeinander und Eltern werden zuhause gepflegt. Rational weiß ich, dass dieser Weg der richtige ist. Wenn ich komme, dann kann ich mir Zeit nehmen nur für meine Mutter. Das ist schön und das genießen wir beide.

Mutter Mir ist der Weg nicht schwer gefallen. Ich bin vollkommen zufrieden mit der Situation und „gönne“ meiner Cousine das Zusammensein mit meiner Tochter aus ganzem Herzen. Und mir selbst geht es hier doch gut. Ich fühle mich wohl.

Verschiedene Generationen im Pflegealltag. Erleben Sie das auch?

Tochter Die meisten Schwestern bei uns im Wohnbereich sind wahrscheinlich etwas jünger als ich. Natürlich kommen auch immer wieder ganz junge Praktikanten oder Freiwillige zu uns herein.

Mutter Oh ja, ich erinnere mich noch sehr gerne an Benedikt. Der war so süß!

Wie geht es Ihnen mit den „ganz Jungen“?

Mutter Also ich freue mich über junge Gesichter. Die erinnern mich immer an meine eigenen Kinder.

Tochter Da ich selbst beruflich immer mit allen Generationen zu tun habe, ist das für mich nicht ungewöhnlich. Natürlich denke ich, dass man sich mit zunehmendem Alter in bestimmte Situationen besser hinein versetzen kann, als in ganz jungen Jahren. Viele „Probleme“ des Alters sind den Jungen einfach noch so fremd. In der Familie wird „das Alter“ kaum noch hautnah erlebt. Aber dafür bringen die Jungen ja andere Qualitäten mit. Ich finde eine „Mischung der Generationen“ ganz wichtig und sehr anregend.

Würde die jeweilige Generation oder das Alter der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters eine Rolle spielen, wenn es um existenzielle Entscheidungen in der Pflege Ihrer Mutter ginge?

Tochter Ich denke nicht. Es kommt doch vielmehr auf die Persönlichkeit und das Wesen des Einzelnen an und nicht auf das Alter oder die Generation. Das sehe ich in meinem eigenen Berufsalltag, aber auch hier im Pflegealltag meiner Mutter. Auf „unserem“ Wohnbereich haben wir das Glück, dass wir zu allen Schwestern und Pflegern einen guten „Draht“ haben. Ganz gleich, wie alt sie sind.

Mutter Wir können auch von den ganz Jungen noch viel lernen.

Frau Luft, Sie haben einen Sohn. Welche Rolle spielt das Erleben der nachfolgenden Generation für Sie im Umgang mit Ihrer Mutter?

Tochter Eine enorme Rolle. Erst durch meine eigene Rolle als Mutter konnte ich bestimmte Entscheidungen oder Empfindungen meiner Mutter nachvollziehen. Indem ich selbst die Mutterrolle durchlebt habe, habe ich gleichzeitig die Rolle meiner eigenen Mutter reflektiert. Das war und ist ein unglaublicher Gewinn. Dadurch habe ich Verständnis für meine Mutter gewonnen. Und ich selbst habe ein Empfinden für den „Wechsel der Generationen“ entwickelt. Für die Wiederkehr und die Wiederholung.

Früher hat meine Mutter immer gesagt „Komm Du erst einmal in mein Alter“. Da habe ich natürlich die Augen verdreht. Aber heute denke ich so manches Mal „Ja, so ist das also!“. Dadurch kann ich anders auf meine Mutter zugehen.

Wie war das für Sie, Frau Pasch, Ihren Enkel aufwachsen zu sehen?

Mutter Das war natürlich sehr aufregend, vor allem da das mein erster Enkelsohn war. Die Erinnerungen an die eigene Mutterrolle wurden wach und auch für mich hat sich da wieder ein Kreis geschlossen. Es ist schön, die Weitergabe der Generationen zu beobachten.

Frau Luft, wie stellen Sie sich Ihr eigenes Alter(n) vor?

Tochter Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass unser Sohn regional in der Nähe bleibt und für uns sorgen kann, so wie wir es für unsere Mutter tun. Wir müssen uns frühzeitig Gedanken machen, wo unser Weg hinführen soll. Aber ich kann mir auch „kreative“ Wege vorstellen, wie z.B. eine „Alten-WG“ oder ähnliches. Ich denke, wir müssen da flexibler sein, als unsere Mutter oder Tante. Jede Generation hat ihre Aufgaben und Herausforderungen.

Mutter Und gerade das macht das Miteinander so spannend.

Vielen Dank für das Gespräch!

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